| Neben dem Fremdenverkehr und dem Gastgewerbe, welche die
Grundlage des Wirtschaftslebens der Stadt bilden, gibt es auch andere
Wirtschafts- und Erwerbszweige der Bevölkerung, die eng mit den
spezifischen Lebensbedingungen verbunden sind. Die küstenländische Karst,
die Wälder und Felder non Vinodol, das Meer und die Sonne bestimmten das
Wirtschaftsleben und die Berufswahl der Einwohner. Der küstenländischen
Karst hat einen großen Teil der Bevölkerung gezwungen, den Kampf mit ihrer
unwirtlichen Umgebung aufzunehmen, und den Stein mit Hammer und Meißel zu
bearbeiten. Aus diesem Grund sind die Maurer und Steinmetze der am
stärksten vertretene Berufszweig. Als gute Meister ihres Gewerbes sind
viele Einwohner von Novi in die Welt gezogen um dort ihr Geld zu
verdienen. Die meisten dieser Arbeiter kehrten im Alter in die Heimat
zurück, und viele von ihnen bauten mit ihrem ersparten Geld, besonders
zwischen den beiden Weltkriegen, Wohnhäuser und Villen, die meistens für
den Tourismus bestimmt waren. Leider haben auch viele dieser Arbeiter ihr Leben verloren, indem sie in Neu Seeland und Australien nach Rohgummi gruben, oder in den Minen von Nord- und Südamerika arbeiteten. In den letzten Jahrzehnten sind diese alten Erwerbszweige der küstenländischen Bevölkerung immer seltener geworden; der Beruf eines Maurers oder Steinmetzen ist fast verschwunden, so dass man sich bemühen muss, dass sie nicht ganz aus dem Gedächtnis entschwinden. Die bewaldeten Abhänge des Berges Kapela bieten gute Bedingungen für die Entwicklung der Forstwirtschaft. In Novi wirkt ein Forstamt, dass sich um die Nutzung und Aufforstung der Wälder kümmert, aber auch der karstigen Küstenzone viel Aufmerksamkeit schenkt, wo man danach trachtet durch Anpflanzung und Resurrektion das kahle Kalkgestein zu begrünen. Hie und da sieht man hier schon grüne, mit Nadelhölzern bewachsene Stellen und niedrige küstenländische Maccia. In den Gegenden mit Hochwald, wo Nadel- und Laubhölzer wachsen, wird der jährliche Zuwachs als Rundholz an die Sägewerke geliefert. In jenem Teil von Vinodol, der zu Novi gehört, und am rechten Ufer des kleinen Flusses Suha Ričina liegt, der das Regenwasser ins Meer führt, erzeugt die Arbeitsorganisation der Holzindustrie "Milan Mataija" in Novi Vinodolski Bretter und andere Holzprodukte. Zur Haupttätigkeit der Holzindustrie gehören: - das Sägewerk, das Bretter produziert - die Fabrik, die "Novolam" - Platten erzeugt - die Fabrik, die "Vonokal" - Platten erzeugt und - die Möbelfabrik "Vinodol", die tapezierte Möbel erzeugt. Neben dem Hotelgewerbe und dem Tourismus beschäftigt die Holzindustrie einen großen Teil der Bevölkerung, und trägt dadurch sehr zur Hebung des Lebensstandards und der Lebensbedingungen der Einwohner der Bergdörfer im Hinterland von Novi Vinodolski bei, die nach Novi Vinodolski gezogen sind, als die Sägewerke aus den Wäldern von Vinodol nach Novi verlegt wurden. Die einstigen fruchtbaren Felder und Weingärten von Vinodol sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast völlig verschwunden, und mit ihnen auch die Feldarbeiter und Landarbeiter. Es gibt keine Plantagen von Weingärten mehr, keine Weinlese und keinen fröhlichen Gesang der Winzer. Die Felder mit Rebstöcken, mit Ausnahme einiger Gärten der Häuser von Vinodol, wurden in Felder und Wiesen umgewandelt, so dass sogar die Grenzsteine verschwunden sind. Auf einem Teil des arrondierten Vinodol hat die Obst- und Weingartenstation Zagreb ihre Pflanzschule "Pavlomir" gegründet. In unmittelbarer Nähe dieser Pflanzschule hat das Unternehmen "Angrokoka" Zagreb seinen Betrieb, und das Reprozenter "Pavlomir" erzeugt Eier. Zu weiteren wirtschaftlichen Tätigkeitsbereichen zählen kommunale Tätigkeiten, das Baugewerbe und der Forst- und Transportbetrieb. Mehr als 500 Haushalte im Ort vermieten ca. 3.000 Betten an fremde Gäste, man kann jedoch, in Anbetracht des Ausmaßes dieses Betätigungsfeldes, nicht zu den Haupterwerbszweigen der Bevölkerung rechnen. Diese touristischen Kapazitäten sind meistens Appartements und Zimmer der I. und II. Kategorie, und das Einkommen vom Zimmervermieten trägt zur Hebung des Lebensstandards bei. Der wichtigste touristische Faktor im Ort ist der touristische Verein, der die touristische Politik des Ortes führt, die touristischen, kulturellen, Vergnügungs- und Sportprogramme koordiniert und sie in das touristische Angebot des Ortes integriert. Reklame und Propaganda für den Ort, ein immer offenes Büro als Informationsstelle, das ist die Haupttätigkeit der touristischen Organisation, deren Vorgänger, der Verein für die Verschönerung von Novi und Umgebung schon im Jahr 1902 gegründet worden war. In Novi Vinodolski gibt es zahlreiche Geschäfte der Arbeitsorganisationen "Jadran", "Brodokomerc", "Poljopromet", "Mesoopskrba", "Riba-Rijeka" und "Rijekatekstil". Neben Lebensmittelgeschäften bieten auch spezialisierte Geschäfte und der Markt den Verbrauchern alle benötigten Produkte, Souvenirs und zollfreie Artikel. An der adriatischen touristischen Straße und im Hafen gibt es zwei Tankstellen für die Autofahrer und Nautiker. Ein elektrischer Kran und eine Betonpiste ermöglichen die schnelle Beförderung schwimmender Objekte ins Meer oder an Land. Der Hafen verfügt über einen Parkplatz an Land für Schiffe, Anhänger und Autos, und im Hafen gibt es Anlegestellen für die Schiffe. Von großer Wichtigkeit für alle Badenden und für die nautischen Touristen ist der Rettungsdienst zur See. Das Motorboot "Burin" und seine Besatzung, die der Hafenexpositur Rijeka in Novi Vinodolski gehören, sind gut ausgestattet und können schnell und erfolgreich bei einem Unglück oder bei schweren Unwettern am Meer zur Hilfe eilen. Zur Vervollständigung der Angaben über Novi Vinodolski muss erwähnt werden, dass hier mehrere kulturelle Institutionen wirksam sind: das Nationalmuseum mit der Galerie, die Volkslesehalle mit der Bibliothek, die Grundschule "Ivan Mažuranić", der Kultur- und Kunstverein "Ilija Dorčić" und die "Čakawische Tagung", sowie "Novijansko Kolo". Der Sportverein "Vinodol" sorgt für die Entwicklung des Sports und verfügt über Klubs für verschiedene Sportarten: Fußball, Korbball, Handball, Schießsport, Kegeln, Segeln, Fischfang und Karate. Alle Klubs verfügen über eigene Sportplätze. Die Jagdvereine "Košutnjak" und "Gradina" haben einen guten Wildbestand in ihren Jagdgründen und organisierten Jagden. Der Ort verfügt über zahlreiche weitere Institutionen, für die verschiedensten Bedürfnisse der Bevölkerung und der Touristen: Medizinische Station "Dr. Andija Štampar" - für ärztliche und zahnärztliche Interventionen Apotheke "Jadran" Wasserleitung "Žrnovnica" Expositur des Hafenamtes Rijeka - Novi Vinodolski Postamt mit automatischer Telefonzentrale und Wechselstube, Banken mit Wechselstuben, öffentlicher Sicherheitsdienst, Feuerwehr, automechanische Werkstätten, Autotaxidienst und Taxidienst auf dem Meer, Frisör- und Rasiersalons, eine Werkstätte für die Erzeugung von Gummibooten, sowie andere Dienstleistungswerkstätten, chemische Reinigung u.a. Außer den Hotels bieten zahlreiche staatliche und private Gasthäuser, Buffets, Restaurants, Weinkeller, Konditoreien, Pizzerias und Snakbars den Gästen ein großes Angebot an Speisen und Getränken. |
| Quelle: Bibliothek Touristische Monographien Nr. 19 - 1989 |