Warum heißt Novi Vinodolski - "Novi" (Neues Vinodol)?

Hafen (Bild vergrößern)Die Geschichte hat entweder versäumt etwas Schöneres, Angenehmeres und Fröhlicheres aus der Geschichte von Novi Vinodolski, einer der ältesten Städte von Hrvatsko Primorje (Kroatisches Küstenland) zu vermerken, oder aber es hat etwas Schöneres, Angenehmeres und Fröhlicheres in der Stadt und ihrer Umgebung nie gegeben.
Letzteres ist wahrscheinlicher!
Die ältesten schriftlichen Dokumente für diese Gegend bestätigen, dass Novi Vinodolski das politische und kulturelle Zentrum des Vinodoler Fürstentums gewesen ist, einem allen Unbillen ausgesetzten Gebiet, in das entweder die türkischen Horden einfielen, oder es wurde durch venezianische Galeeren verwüstet. So ist es kein Wunder, wenn die Geschichte dieser Gegend und dieser Stadt mit Feuer und Schwert geschrieben wurde.Faksimile der ersten Seite des Gesetzbuches von Vinodol (Bild vergrößern)
Es kann nicht dem Zufall zugeschrieben werden, dass sich gerade in Novi Grad, wie Novi Vinodolski einst geheißen hat, die Vertreter aller Städte von Vinodol - Grobnik, Trsat, Bakar, Hreljin, Drivenik, Grižane, Bribir, Ledenice und Novi Vinodolski - getroffen haben, um hier am 6.Januar 1288 das Gesetzbuch von Vinodol zu verfassen und zu unterschreiben, den ersten juristischen Kodex der Südslawen, geschrieben in kroatischer glagolitischer Schrift.
Es ist kein Zufall, dass Krištofor (Christophorus), Bischof von Krbava, im Jahre 1493, nach dem Einfall der Türken in Lika, den Sitz seines Bistums nach Novi Vinodolski verlegte, und die Pfarrkirche der Hll. Philipp und Jakob zur Domkirche proklamierte.

Nicht ohne Grund hat König Matthias Korvinus im Jahr 1480 den Bewohnern von Novi Vinodolski eine Urkunde für ihre Rechte und Freiheiten verliehen. Man kann daraus schließen, dass Novi Vinodolski mit gutem Grund eine Bastion war, die von Feinden aus Ost und West angegriffen wurde.
Ruinen des Paulinerklosters (Bild vergrößern)Die Geschichte hält fest:
- Im Jahr 1527 fallen türkische Horden nachts, mit Leitern in die Stadt ein, verbrennen sie und führen einen Teil der Bevölkerung in die Sklaverei;
- Im Jahr 1598 greift der venezianische Admiral Bembo die Stadt an und verbrennt auch die alte Festung Lopar;
- 1601 greifen die Venezianer mit ihren Galeeren die Stadt an, und bieten den Fürsten Frankopan als Entschädigung für die Verbrennung der Stadt den Gegenwert in Geld an;
- 1615 gelingt dem venezianischen Admiral Venier ein Überraschungsangriff im Morgengrauen. Er zerstörte die Stadtmauern, plünderte und verwüstete die Stadt, ohne Kirchen und Altäre zu schonen, und zerstörte die Salinen der Fürsten Frankopan.
Das ist ein Teil der Tatsachen aus einem stürmischen Jahrhundert in der Geschichte von Novi Vinodolski, aber auch die anderen Jahrhunderte waren nicht weniger blutig und grausam.
Der älteste Name dieser Stadt, festgehalten im Gesetzbuch von Vinodol, ist Novi Grad. Später erwähnen die geschichtlichen Annalen es als Novi in Vinodol, oder nur Novi. Erst 1962 erhielt die Stadt, durch Beschluss der Gemeinde, ihren heutigen Namen Novi Vinodolski.

Ruinen der Festung Lopar (Bild vergrößern)Man sieht, dass in allen Bezeichnungen das Wort "Novi" (Neu) vorkommt, als Eigenschaftswort oder Hauptwort, und deshalb muss man erwähnen, woher die Bezeichnung stammt. An der Peripherie des heutigen Novi Vinodolski, gegen Südosten im Grün des Parks, bemerkt man Ruinen und Mauern der Festung Lopar (Lopsica) als stumme Zeugen der fernen, aber ruhmreichen Vergangenheit des Volkes dieser Gegend. Aufgrund spärlicher geschichtlicher Angaben kann man zwar nicht mit Sicherheit behaupten, aber doch annehmen, dass Lopar ein antikes, römisches Bauwerk gewesen ist, weil man an der Stelle Fragmente von römischer "terra sillicata", Glas und Münzen gefunden hat. Durch die Fürsten Frankopan erneuert, diente dieses antike Bauwerk als Wachturm von Novi Grad, das die Fürsten Frankopan zum Mittelpunkt ihres Fürstentums Vinodol gemacht hatten. Auf dem Meeresgrund von Lopar wurden römische Tonamphoren gefunden, die etwas mehr Licht in die Geschichte der Festung brachten.
Ohne die Absicht etwas zu beweisen und feststellen zu wollen, kann man doch annehmen, dass die Erbauer der neuen, im Südosten liegenden Ansiedlung, ihr nach der Aufgabe der Festung Lopar den Namen Novi Grad (Neue Stadt) gaben.

Glagolitisch = älteste slawische Schrift

Quelle: Bibliothek Touristische Monographien Nr. 19- 1989

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