Novi
Vinodolski liegt auf einem steilen Felsen über dem Meer, und der Blick auf
die südliche, dem Meer zugewandte des alten Stadtkerns ist überwältigend.
Das Panorama dieses Stadtteils erinnert an die Legende, nach der die Stadt
von Feen erbaut worden ist. Man sieht weder Straßen noch Plätze, und es
hat den Anschein, als ob die Häuser und Dächer dicht gedrängt
emporwachsen. Über diese Ansammlung weißer Fassaden und roter Dächer
erhebt sich der 36m hohe weiße Glockenturm, das Symbol von Novi Vinodol
und sein "Leuchtturm".
Novi Vinodolski ist zum größten Teil, besonders im Süden, von der Bläue
des Meeres umgeben, in die die steinerne Insel San Marino eingebettet ist,
die nur 205m von der Küste entfernt ist. Gegen Süden, in einer Entfernung
von 8 - 10km wird der Kanal von Vinodol von den blaugrauen,
windgepeitschten und meerumspülten felsigen Küsten der Insel Krk begrenzt,
über deren Gipfel die Geier herrschen. Auf einer größeren Felswand der
Insel Krk liegt wie ein Nest das althehrwürdige, von Dichtern besungene
Städtchen Vrbnik, beliebtes Ausflugsziel zahlreicher Touristen. Wenn man
mit dem Schiff oder mit dem Boot in den Hafen Vrbnik einfährt, ist man
überwältigt von dem Eindruck der steilen Felswand mit den dicht gedrängten
Häusern und von steinernen Mauern umgebenen Karstfeldern. Es erscheint
unglaublich, dass das dieselbe Insel Krk ist, die in ihrem mittleren und
südlichen Teil so grün und fruchtbar erscheint. Jedoch, der auf den ersten
Blick so ärmliche und kahle Karst von Vrbnik bietet jedem Besucher sehr
guten rohen Schinken "Pršut", Schafskäse und den
bekannten guten und süffigen Wein "Žlahtina".
Inmitten der Eintönigkeit der Karstlandschaft von Krk, östlich von
Vrbnik, liegt eine grüne Oase "Vinca", oder wie die Einheimischen sagen
Biškupovo polje, wo an Sommertagen zahlreiche Touristen mit
qualitätsvollen und originalen Spezialitäten bewirtet werden.
An der Küste, 22km südöstlich von Novi Vinodolski, liegt die alte
Uskokenstadt Senj mit ihrer bekannten und berühmten Festung Nehaj, von der
aus die Uskoken über die Meerenge und ihren Ausgang, Senjska Vrata,
herrschten. Über der Stadt Senj erhebt sich die graue karstige Masse des
Velebit-Gebirges, eine Herausforderung für Bergsteiger und Jäger auf
Hochwild. Im Hintergrund von Senjska Vrata sieht man die Inseln Prvić
und Rab, und an sonnigen Tagen sogar auch die flache Küste der Insel
Pag.
Westlich von Novi Vinodolski erstreckt sich die Karstebene Vinodol, die
ihren Namen nach den zahlreichen Weingärten erhalten hat, die sich hier
von Bakar über Bakarac, Križišće, Drivenik, Grižane
und Bribir bis Novi Vinodolski erstreckten (Tal des Weines - vallis
vinearia).
Der Volkslehrer und Reiseschriftsteller Dragutin Hirc notiert unter
anderem in seinem Buch "Hrvatsko primorje" im Jahr 1891 folgendes: "Im
Jahr 1880 nahmen im ganzen Hrvatsko Primorje die Weingärten 1287 Hektar
ein, auf denen 4087 Hektoliter Weißwein und 1706 Hektoliter Rotwein
gediehen.... Glücklich waren die Zeiten, als nur die Einwohner von Novi
Vinodolski allein 18-20.000 Barrel Wein kelterten, während sie heute nur
Wein für den eigenen Bedarf haben."
Im
Mittelalter umfasste Vinodol ein etwas größeres Gebiet als heute. Das
bezeugt der älteste juristische Kodex der Südslawen, das Gesetzbuch von
Vinodol, das 1288 in Novi Vinodolski verfasst wurde, und zwar von den
Vertretern von neun Städten von Vinodol. Bei einem Rundgang durch das
heutige Vinodol stoßen wir auf Reste dieser einstigen Burgen, aber es
steht zu hoffen, dass einige von ihnen erneuert werden, und andere
wenigstens konserviert, um sie vor weiterem Verfall zu bewahren.
Über die Asphaltstraße, die über Ogulin in das Hinterland führt, gelangt
man in nur 15 Minuten mit dem Auto in eine Gegend mit Laub- und
Nadelwäldern, wo man nicht weit vom Meer entfernt die frische und immer
reine Gebirgsluft der bewaldeten Abhänge des Kapela-Gebirges einatmen
kann. Die Gebirgsgegenden Lukovo, Breze und Krmpote eignen sich gut für
eintägige Ausflüge, denn sie bestehen aus waldigen Weideplätzen und
Waldlichtungen, die durch Asphaltstraßen mit dem Küstenland verbunden
sind.
An der Adria-Straße in südlicher Richtung liegt an der Küste der Ort
"Povile", der nur 2 km von Novi Vinodolski entfernt ist. Entlang der
Küstenstraße gelangt man nach einem angenehmen Spaziergang am Meer entlang
in eine ruhige touristische Oase mit Autocamps in einem Föhrenwäldchen,
einer touristischen Siedlung und Bungalows, die zusammen mit Privathäusern
und Villen, Restaurants und Gasthäusern sehr geeignet sind für die
Erholung und Freizeitgestaltung der Gäste. Etwas weiter gegen Süden, nur 9
km von Novi Vinodolski entfernt, liegt an der Küste das einstige
Fischerdorf und heute lebhafte touristische Städtchen "Klenovica", wo man
immer noch bestrebt ist, die alte Fischertradition zu erhalten um damit
das touristische Angebot zu beleben. Der große Autocamp an der Küste, die
Pension "Lostura" und Privathäuser können täglich etwas 2700 Touristen
aufnehmen. Von Novi Vinodolski in Richtung Rijeka und Opatija erstreckt
sich ein 7-18 km langer Teil der Riviera entlang der Adria-Straße in
westlicher Richtung. Hier liegen die bekanntesten Fremdenverkehrsorte und
Meerbäder "Selce, Crikvenica, Dramalj und Jadranovo", wo die Insel Krk
fast das Festland berührt. Über die Insel Sveti Marko führen die Bögen der
monumentalen "Tito-Brücke" hinüber zur Insel Krk.
Novi Vinodolski mit seiner engeren Umgebung ist ein touristisches
Spezifikum, wo der Gast auf einer nur 15 km langen Relation am selben Tag
in kurzen zeitlichen Abständen im reinen, warmen Meer baden oder im
Hochwald Erfrischung suchen kann, er kann auf den grünen Weiden von
Vinodol oder entlang des Meeres spazieren gehen, und er kann in
romantischen Nächten schwelgen oder die Stimmung der Abenddämmerung mit
ihrer Farbenpracht oder der Morgendämmerung mit ihrer friedlichen Stille
genießen. |