| In unmittelbarer Nähe des Hafens von Novi Vinodolski
liegen auf der Halbinsel Glavica die Reste des Klosters vom Orden des Hl.
Paulus dem Einsiedler, der unter dem Namen "Pauliner" bekannt ist. Im
Volksmund wurden die Mönche wegen ihrer weißen Ordenskleidung auch die
"Weißen Fratres" genannt. Die Klosterkirche war der Hl. Jungfrau Maria auf
Osap geweiht, denn das Land auf dem sie steht wird in den alten
Grundbüchern Osap genannt. Es gibt nur wenige schriftliche Dokumente über
die Geschichte von Kirche und Kloster. Ihre Errichtung steht jedenfalls in
Verbindung mit den Fürsten Frankopan, besonders dem Fürsten Martin. Dieser
Fürst bestätigte am 10. Dezember 1446 das Testament des
Župans Mihovil, welcher der Kirche der Hl. Jungrau Maria seinen
Besitz hinterlassen hatte.Dieses Dokument ist ein Beweis, dass 1446 die
Kirche schon bestanden hatte. Das Kloster hatte seinen eigenen Hafen, den
das Volk den "Mönchshafen" nannte. Durch viele Schenkungen gelangte das Kloster in den Besitz von viel Land und Weingärten. Im Jahr 1785 hatte das Kloster ein Jahreseinkommen von 2.480 Forints, mit dem Recht, das ganze Jahr über Wein auszuschenken, und daneben konnten sie auf Gemeindeland ihr Vieh weiden und Holz fällen. Die Tätigkeit der Pauliner war vielfältig. Neben ihrer bekannten Lehnstätigkeit behandelten sie auch Kranke, und bemühten sich das Volk vor der Beraubung seiner Nationalität zu bewahren. Im Gottesdienst bedienten sie sich der Volkssprache und der glagolitischen Schrift. Kaiser Josef II. hob durch ein Dekret im Jahr 1786 den Palinerorden auf, worauf auch das Kloster in Novi Vinodolski aufgelöst wurde, um dann 1822 auf einer Lizitation verkauft zu werden. Weinig später wurde das Kloster abgerissen, so dass heute davon nur noch die östliche Mauer steht. Dasselbe Schicksal ereilte auch die kleine Kirche der Hl. Jungfrau Maria. Ein starkes Erdbeben, das 1916 Vinodol erschütterte, beschädigte auch die ehemalige Klosterkirche, die dann an einem Frühlingsmorgen des Jahres 1917 zusammenstürzte. Das steinerne Wappen der Geschlechter Zrinski und Frankopan, das sich an der Außenmauer über dem Portal befunden hatte, wurde auf die Westfassade des Kastells in Novi Vinodolski übertragen, während die Säulenkapelle aus der Kirche der Hl. Jungfrau Maria sich heute entlang der Wände des Eingangs in das Kastell von Novi Vinodolski befinden, wo heute das Lapidarium des Volksmuseums und der Galerie des Ortes untergebracht ist. An der Stelle, wo früher das Kloster mit seiner Kirche gestanden hatte, wurde später der Friedhof von Novi Vinodolski angelegt, der noch heute in Gebrauch ist. |
| Quelle: Bibliothek Touristische Monographien Nr. 19- 1989 |