Das Gesetzbuch von Vinodol

Eines der wichtigsten Kulturdenkmäler unserer Völker und auch eines der bedeutenden mittelalterlichen Dokumente Europas ist das Gesetzbuch von Vinodol, eine reiche Quelle von Angaben über das alltägliche Leben unserer Vorfahren. Die Verfasser des Gesetzbuches von Vinodol haben danach getrachtet, den Leibeignen und den Mann aus dem Volke vor Übergriffen der Feudalherrschaft und besonders der Gerichte zu schützen. Ein besonderes Merkmal des Gesetzbuches von Vinodol ist, dass es von einer "Kommission", zusammengesetzt aus Vertretern von neun Vinodoler Stadtgemeinden: Grobnik, Trsat, Bakar, Hreljin, Drivenik, Grižane, Bribir, Ledenice und Novigrad (heute Novi Vinodolski) verfasst worden ist.
Die Vertreter dieser Städte traten am 6. Januar 1288 im Kastell des Fürsten Frankopan in Novigrad zusammen, vor dem Fürsten Leonard Frankopan. Sie zeichneten die alten Rechtsbräuche auf, die im Fürstentum Vinodol angewendet wurden, weshalb das Dokument das Gesetzbuch von Vinodol genannt wird.
Die Handschrift des Gesetzbuches von Vinodol wurde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Archiv des Domkapitels von Modruš in Novi Vinodolski aufbewahrt, und befand sich danach im Besitz von Edvard Mrzijak, Oberrat der kroatisch-slawonischen Finanzdirektion. Im Jahr 1851 schenkte er die Handschrift dem Volksmuseum in Zagreb, von dem es in den Besitz der National- und Universitätsbibliothek in Zagreb überging. Die Handschrift hat 14 Blätter, bzw. 28 Seiten, ist in kroatischer Sprache verfasst und in kursiver glagolitischer Schrift geschrieben. Das Gesetzbuch von Vinodol wurde zum ersten Mal im dritten Jahrgang der Zeitschrift "Kolo" im Jahr 1843 publiziert, in der lateinischen Transliteration von Antun Mažuranić. Dazu hat Mažuranić in derselben Ausgabe noch eine Studie über den čakawischen Dialekt und die Sprache des Gesetzbuches, sowie eine Erklärung einzelner Ausdrücke beigefügt.
Im Jahr 1988 wurde die 700-Jahrfeier der Verfassung des Gesetzbuches von Vinodol begangen. Mit einer feierlichen Akademie (6. Januar) und einem wissenschaftlichem Symposium im September dieses Jahres wurde zum ersten Mal in Novi Vinodolski und den anderen Städten der Jahrestag dieses ältesten juristischen Dokumentes im südslawischen Raum gefeiert. Aus diesem Anlass erschien das Buch von Prof. Dr. Lujo Margetić mit dem Text des Gesetzbuches in zeitgenössischem Kroatisch und in englischer, italienischer und deutscher Übersetzung.
Mahnmahl für die Verfasser des Gesetzbuches von Vinodol (Bild vergrößern)Schirmherren dieses bedeutsamen Jubiläums waren der Landtag der Sozialistischen Republik Kroatien und die Jugoslawische Akademie der Wissenschaften und Künste in Zagreb. Anlässlich der 700-Jahrfeier wurde auf dem Platz der gefallenen Kämpfer in Novi Vinodolski die Fontäne des Gesetzbuches von Vinodol aufgestellt, die nach einer Skizze des akademischen Malers Dorijan Sokolić in Stein gemeißelt wurde. Ihre neuneckige Form symbolisiert die neun Städte von Vinodol, welche das Gesetzbuch unterschrieben haben. Die Namen der Städte sind in lateinischen und glagolitischen Buchstaben eingemeißelt, und dazu die Jahreszahlen 1288-1988 und die Bezeichnung "Gesetzbuch von Vinodol". In der Mitte der Fontäne fließt Wasser das viele Besucher an die "Quelle des Lebens" erinnert, weshalb sie Münzen in das Wasser werfen. Neben dem Buch über das Gesetzbuch von Vinodol mit seinem Text und den Anmerkungen ist diese Fontäne ein dauerndes Denkmal des 700-jährigen Jubiläums des Gesetzbuches von Vinodol.
Quelle: Bibliothek Touristische Monographien Nr. 19- 1989

[Home] [Nach oben] [Meine Geschichte] [Ausflugsorte] [Bevölkerung] [Domkirche] [Römische Festung Lopsica] [Fremdenverkehr] [Geografische Lage] [Gesetzbuch von Vinodol] [Informationen] [Kirche hl. Jungfrau Maria] [Klima] [Kulturgeschichtliche Denkmäler] [Stadtplan] [San Marino] [Umgebung] [Unterkünfte] [Neues Vinodol] [Wirtschaft] [Fotoalbum]