Über
dem alten Stadtteil von Novi Vinodolski erhebt sich auf dem Plateau der
Felswand die steil zum Meer abfällt die Domkirche der Hll. Philipp und
Jakob mit ihren 36 m hohen Glockenturm. Die alte Kirche hatte bis 1909/11
einen Glockenturm auf dem Kirchdach; in diesen Jahren wurde neben der
Kirche ein neuer Glockenturm gebaut und der alte abgerissen. An der Stelle
des heutigen Glockenturms war im Jahre 1511 die Votivkirche der Hl. Fabian
und Sebastian erbaut worden, die nach der Legende vom Volke in nur 24
Stunden errichtet worden war, zum Schutze gegen die Pest die in jener Zeit
wiederholt in dieser Gegend wütete.
Über
den Baubeginn der Domkirche gibt es keine Angaben. An der Außenwand der
westlichen Kirchenmauer ist das Jahr 1520 eingemeißelt. Man nimmt an, dass
es sich um das Jahr einer Erneuerung oder eines Anbaus handelt, denn es
steht fest, dass 1288 zur Zeit der Herausgabe des Gesetzbuches von Vinodol
die Kirche in Novi Vinodolski schon stand. Nach der verlorenen Schlacht
gegen die Türken auf Krbavsko Polje 1493 floh Bischof
Krištofor aus Modruš mit seinem gesamten Domkapitel und übertrug in
der Folge den Sitz des Bistums nach Novi Vinodolski. So wurde die Kirche
der Hll. Philipp und Jakob Domkirche. Die Legende berichtet, dass es
Bischof Krištofor gelang, die ihn verfolgenden
Türken zu täuschen, indem er die Pferde verkehrt herum beschlagen ließ.
Bischof
Krištofor
wurde in der Domkirche von Novi Vinodolski beerdigt und über seinem Grab
errichtete 1517 sein Neffe Felix Pliancus ein Marmorepitaph mit
lateinischer Inschrift, aus der ersichtlich ist, dass der Bischof aus
Dubrovnik stammte.
Rechts
vom Hauptaltar befindet sich das Grabmal des aus Novi Vinodolski
gebürtigen Bischofs des Bistums von Senj und Modruš,
Dr. Ivan Kr. Kabalin, und links das Grabmal eines anderen, ebenfalls aus
Novi Vinodolski gebürtigen Bischofs, Ivan Kr. Ježić.
Über der Sakristeitür befindet sich das Reliefgrabmal des Kanonikers
Stjepan Mrzljak, ein Werk des Bildhauers Petar Stefanutti aus Rijeka aus
dem Jahr 1844.
Die
Domkirche ist eine dreischiffige Basilika. Die beiden Altäre in den
Seitenschiffen hat 1871 der Maler J. Prokš in
akademischer Manier gemalt. Der Architekt der Landesregierung in Zagreb,
Vilim Rauscher, hat 1904 die Kirchenfassade projektiert, 1907 wurde der
Chor errichtet, und 1909 begann nach einem Projekt desselben Architekten
der Bau des heutigen Glockenturms. Der Maler Marko Peroš aus Zagreb hat
1912 das Gewölbe und den Altarraum bemalt.
Der Hauptaltar des Kirchleins der Hll. Fabian und Sebastian wurde 1656
geschnitzt, nach dem Vorbild venezianischer Altarschnitzer. Das
Antependium des Altars ist jetzt im Volksmuseum in Novi Vinodolski
ausgestellt.
In der Domkirche befindet sich ein hölzernes, geschnitztes Chorgestühl
aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ein Meisterwerk der
Holzschnitzkunst aus den letzten Jahren der Herrschaft der Fürsten
Frankopan. |