In früheren Zeiten hat sich die Bevölkerung von Novi mit
Landarbeit befasst, hauptsächlich mit Weinbau und Viehzucht, aber der
geringe Verdienst hat die männlichen Einwohner gezwungen, auf der Suche
nach Brot und Verdienst in das Hinterland oder sogar in überseeische
Länder auszuwandern.
Obwohl das Meer die steinerne Stadt und ihre Grundmauern umspült, haben
sich erstaunlicherweise nur wenige Einwohner dem Meer zugewendet, um ihr
tägliches Brot abzugewinnen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen, welche die
Regel bestätigen, hat sich die Mehrzahl der Bevölkerung der fruchtbaren
Ebene von Vinodol zugewendet, der sie offensichtlich mehr vertraute als
dem Meer.
Ein Teil der Lohnarbeiter in der Fremde - Maurer, Steinmetze und
Steinschneider aus dieser Gegend - haben weltweit viele Steinblöcke
bearbeitet und ihnen Leben eingehaucht, vom Suez- und Panamakanal, über
Afrika bis Nord- und Südamerika, und sind dabei doch für die Nachwelt
völlig anonym geblieben.
In neuerer Zeit hat sich das Leben für die Küstenbewohner gebessert, so
auch die Lebensumstände der Einwohner von Novi Vinodolski.
Die Erwerbstätigkeiten basieren jetzt auf dem Fremdenverkehr, der
Holzindustrie und der Forstwirtschaft, sowie in kleinerem Ausmaß auf dem
Bauwesen, kommunalen Tätigkeiten und auf dem Handel. Die Basis des
Fremdenverkehrs sind Hotels, touristische Ansiedlungen und Autocamps in
staatlichem Besitz, in denen zahlreiche Einwohner, besonders Frauen,
Beschäftigung finden. Privathäuser, Villen, Kinderheime und Erholungsheime
ergänzen die Hotelkapazitäten. Mit dem Vermieten von Privatzimmern füllen
viele Familien ihr Familienbudget auf. Dieses Vermieten von Privatzimmern
hat sich zu einem ergänzenden Erwerbszweig eines Teiles der
Einwohnerschaft entwickelt.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war die Bevölkerung hier
bodenständig, patriarchal, mit den bekannten Vorzügen der Küstenbewohner.
In der neueren Zeit hat die Migration der Bevölkerung auch die Mentalität
der alteingesessenen Einwohner dieser Küstenstädte beeinflusst, auch
derjenigen von Novi Vinodolski.
Der
Bevölkerungszuwachs ist mechanisch, d.h. er ist eine Folge der
zugesiedelten Bewohner des gebirgigen Hochlandes und jener Einwohner, die
aus dem entlegeneren Hinterland an die Küste gezogen sind, um hier
Beschäftigung zu finden. Den Grundstock der Bevölkerung bilden jedoch noch
immer die alteingesessenen Einwohner, so dass wir hier zitieren werden,
was Brozo Brozovic in seinem Buch "Das Fürstentum Vinodol und die
Meerbäder" über die Bevölkerung dieser Gegend gesagt hat: "Ihr Charakter
ist sehr mild und anständig, keinesfalls boshaft und empfindlich. Es sind
starke und tapfere Menschen, aber unter keinen Umständen grausam und
habgierig, auch nicht jähzornig und grimmig, immer anschmiegsam und sanft.
Sie beleidigen andere Menschen nicht, wenn ihnen aber eine Beleidigung
zugefügt wird, dann ertragen sie es eine Zeitlang. Wenn es ihnen aber
zuviel wird, dann können sie auch aufbrausen und die Zähne zeigen. Wenn
Arbeitszeit ist, dann arbeiten sie fleißig und unermüdlich, und in den
Zeiten der Feste verstehen sie es, sich zu unterhalten, ohne je die
Grenzen des Erlaubten zu überschreiten. Sie sind sehr gastfreundlich,
empfangen gerne Bekannte und Freunde, aber auch Fremde, und bemühen sich
durch Gastfreundschaft neue Freunde zu gewinnen. Ihre Speisen sind
einfach, aber gesund und rein, wie Polenta (Maisbrei) die sie mit Milch
oder Fisch essen, Bohnen und verschiedene Hülsenfrüchte, Kraut und Rüben,
sowie Gemüse und Salat."
Obwohl diese Beschreibung der Eigenschaften der Bevölkerung vor 50
Jahren niedergeschrieben wurde, sind sie in der Hauptsache auch noch heute
gültig. Man muss unter den Einwohnern von Novi Vinodolski leben um sich
davon zu überzeugen.
In den alten Schriften steht, dass die Haupterzeugnisse der
Landwirtschaft in dieser Gegend Trauben, Feigen, Oliven, Mandeln und
Kirschen waren. Das genügte jedoch nicht zum Leben. Der Küstenbewohner
reise deshalb nach Bijela Krajina, Kordun und Lika und tauschte seine
Erzeugnisse gegen Weizen, Bohnen, Fleisch, Fett und anderes. Die Waren
wurden mit Pferden und Maultieren transportiert. Und da diese Arbeit mit
Pferden und Maultieren in der Landessprache "kirijašenje"
genannt wurde, nimmt man an, dass daher ein Teil von Hrvatsko Primorje den
Namen "Kirija" erhalten hat, und die Einwohner "Kirci" genannt werden.
Es gibt jedoch noch eine andere Deutung für den Begriff "kirija", die
wie man berichtete, von den stolzeren und eitleren Einwohnern dieser
Gegend stammt. Sie behaupten, dass das Wort "kirija" aus dem griechischen
"kirios" entstanden ist, das "Herr" bedeutet, und nach dem die ganze
Gegend ihren Namen bekommen hat. Wir überlassen es dem Leser, sich selbst
für eine dieser Versionen zu entscheiden. |