Geschichte der Krim

Geschichte

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Nach den Ergebnissen von Archäologen war die Halbinsel Krim immer das gelobte Land. Die Zeugnisse davon werden noch in der uralten Geschichtsschreibung aufbewahrt. Ungefähr vor rund 150.000 Jahren, lange vor Geburt des allgemein anerkannten Vaters der Geschichte Herodot, siedelten in den Höhlen und den Grotten die Vertreter der menschlichen Rasse. Neandertaler-Siedlungen aus der Epoche von Früh- und mittlerer Altsteinzeit wurden an vielen Stellen der Krim (Ak-Kaja bei Belogorsk, Tschokurtscha in der Nähe Simforopols, Staroselje in Bachtschisseral u.a.) entdeckt.

Zahlen und Tatsachen

Entdeckungen nebenbei

Der Student der Petersburger Universität Konstantin Mereschkowskij (Bruder von dem Schriftsteller Dmitrij Mereschkowskij, dessen Hobby Archäologie war, kam im Sommer 1879  zwecks Untersuchungen der Krimhöhlen auf die Krim. Das jugendliche Hobby für das Leben der uralten Bewohner der Halbinsel dauerte zwei Saisons, dann verging sein Interesse daran.

Höhle
In Roter Höhle lebten die Taurier oder die Kimmerier
In dieser Zeit untersuchte der pedantische Student 34 Höhlen, in 9 davon wurde die kultivierte Schicht gefunden. K. Mereschkowskij entdeckte als erster im Land die erste Höhlen-Siedlung aus der Steinzeit Woltschij grot (Wolfsgrotte) bei dem Dorf Masanka (heute Rayon Simferopol), die Grotte Sjuren I. im Tal Belbek und andere interessante Objekte sowie eigenartige Steinwerkzeug- "Fabriken" in der Nähe des Höhlenkomplexes Kiik-Koba. Binnen kurzer Zeit tat er soviel, wie manche Archäologen für ihr ganzes Leben nicht vollziehen konnten. Nach solchen brillanten Entdeckungen vernachlässigte der Forscher die Ausgrabungen und beschäftigte sich nie wieder mit der Archäologie, obwohl er auf der Krim 36 Jahre verlebte.

1. Jahrtausend vor unserer Zeit. Es fängt die Epoche der Kimmerier an. So nannten Assyrer die Nordnachbarn des Staates Urartu. Diese iranischsprachigen Stämme sind auf die Halbinsel in alter Zeit eingefallen.
HarpuneHarpune - Waffe eines uralten Jägers

Fossiler Fisch

Dieser fossile Fisch schwamm im warmen Ozean der fast die ganze Halbinsel Krim in prähistorischer Zeit bedeckte

Unter den antiken Autoren, außer Herodot, ist dieses Volk von Homer erwähnt. In "Odissea" stellte der Dichter ein ziemlich finsteres Bild der Krim dar. Das Kimmerier-Land, wie er beschrieb, sei durch Schleier von Nebel und dicken Wolken ewig bedeckt, die der Strahl der Sonne niemals durchbricht. Hier beschrieb der große Grieche die Schwelle von dem Aid-Reich der Toten. Zum Grück veränderte sich das Klima seit jener Zeit.

Im 8. - 7. Jahrhundert vor unserer Zeit schließen sich die nomadisierenden Stämme zwecks Feldzuges nach Klein- und Mittelasien zusammen.

Griechische Krieger

Griechische Kultur ist in die Geschichte der Krim auf ewig eingegangen. Die Ureinwohner eigneten sich von den Griechen nicht nur Ackerbaufertigkeiten, sondern auch die Militärkunst an. Während der Schlachten mit den Griechen schätzten die Skythen den Vorzug einer regulären Armee ein.

Anthropomorpher Stela-Mengir

Skyphe

Anthropomorpher Stela-Mengir, den man am Ort der Bestattung errichtete Nach Vermutung der Gelehrten sollen die Skythen so ausgesehen haben
Die Spuren des Volkes, das teilweise von den Skythen gedrängt oder mit den Ureinwohnern assimiliert wurde, sind in Toponymik der Krim erhalten geblieben: Bosporus (heute Kertsch), Kimmerik (die altertümliche Siedlung im westlichen Teil des Berges Opuk, südliche Küste der Kertschhalbinsel) u. a. Einige Gelehrte neigen dazu, dass Kimmerier die Gründer von sogenannter Kisil-Kobinsk-Kultur (7. - 5. Jh. v.u.Z.) sind. Die anderen verbinden sie mit Tauriern, die den südlichen Teil der Halbinsel ungefähr zu derselben Zeit besiedelten (10. - 9. Jh. v.u.Z.). Von ihrem Namen (Taur - das Bergmassiv) nannten die altertümlichen Griechen den südlichen Teil der Bergwaldzone Taurika. Im Mittelalter, bis ins 15. Jh., verbreitete sich der Name auf die ganze Halbinsel.
Die schriftlichen Quellen erzählen über Grausamkeit und Wildheit von Tauriern, die angeblich Menschen als Opfer brachten. Die Seeleute, die Schiffbruch an den felsigen Küsten Taurika erlitten, wurden an der Kathedrale (auf dem hohen Felsen) der Göttin Dewa (Jungfrau) gebracht und ins Meer geworfen. Die Menschen kamen, um den Ritus anzuschauen. So schrieben die Griechen, und wie alles wirklich geschah (oder nicht geschah), weiß Gott allein. Aufgrund dieser blutigen Legenden schufen die uralten Schriftsteller ihre Werke (z.B. "Ifigenia in Taurida" von Euripid).
Die ersten griechischen Kolonien sind an der Küste vor zweieinhalb tausend Jahren entstanden. Die Hellenen führten auf der Halbinsel ihre Zivilisation ein. Die Auswanderer aus Milet gründeten Feodossija, Pantikapaj, Mirmekij, Nimphej und andere Kolonien auf der Kretschhalbinsel, die Kolonisten aus Heraklea besiedelten den Westen und Südwesten Taurika, hier entstand Kerkintida (heute Jewpatoria), Chersones und Kalamita (heute Sewastopol), Kalos-Limen (heute Tschernomorskoje).
Außer dem günstigen Hafen unterschieden sich diese Städte dadurch, dass sich dort Grundstücke für die landwirtschaftliche Nutzung befanden. Die Kolonisten bauten Wein, Getreide und Obst an.

6. - 3. Jahrhundert vor unserer Zeit. In der historischen Ära erscheinen die Skythen, die von den Steppen der Schwarzmeernordküste gekommen sind. Sie waren Nomaden und Krieger. Zar Atej, der die Skythen zu einem bedeutenden Heer vereinigte, fiel in benachbarte Gebiete ein. Aber nach der Niederlage, die Phillip Makedonsky den Skythern beibrachte, und Zar Atej sein Leben lassen musste, sowie durch den Druck der Sarmaten, hatten die Skythen die Steppen zwischen den Mündungen der Donau und des Don zu verlassen.

Diophant-Kriege

Zar Mitridat VI sendete den Heerführer Diophant auf die Krim, um der Bevölkerung Chersones im Krieg gegen Skythen Hilfe zu leisten. Beide Feldzüge waren erfolgreich und Diophant zu Ehren wurde auf dem Platz in Chersones seine Statue errichtet. Nach dem dritten Feldzug eroberte Diophant auch das Bosporus-Reich. Die Historiker schreiben ihm noch einige glänzende Feldzüge bewusst zu, die er vielleicht nicht vollbrachte. Die Autorität des hervorragenden Heerführers war so groß, dass eine Reihe der erfolgreichen Feldzüge ein gemeinsamer Name "Diophant-Kriege" vergeben wurde.Zar Skilur und sein Sohn Palak

 

 

 

 

Skilur ist der berühmteste Skythen-Zar.
Am Basrelief ist er mit seinem Sohn Palak dargestellt. Im Sommer 1827 wurden in der Siedlung bei Simferopol archäologische Arbeiten von den Odessa-Gelehrten durchgeführt. Basrelief ist einer deren zahlreichen Funde

Chersones - Antike und Mittelalter
Sie gründeten ihren Staat auf der Krim, dessen Hauptstadt im 3. Jh. v.u.Z. Skyphisches Neapol (heute Simferopol) wurde. Der Staat erreicht seine Blüte beim Zaren Skilur und seinem Sohn Palak (2. Jh. v.u.Z.). Die Skythen strebten danach, Zugang zum Meer zu erobern und die Griechen von der Küste zu verdrängen.
Es wurden Kriege entfesselt. Um die Skythen im Westen zu schlagen, baten die Chersonesiten den pontischen Zaren Mitridat VI. um Hilfe. An der Spitze seiner Truppen stand der talentvolle Heerführer Diophant. In der Schlacht gegen ihn erlitten die Skythen eine Niederlage und Chersones geriet in Abhängigkeit von Pont.

Griechische Amphoren

Römischer Krieger

Griechische Amphoren vom Meeresgrund, wo sich derzeit der größte Teil Chersones befindet Erste Straßen im Taurika-Gebirge wurden von römischen Kriegern gebaut
107 vor unserer Zeit. Im Bosporus-Reich brach ein Aufstand der Skythen unter Sawmak aus. Erneut schickte Mitridat der Diophant, um die Rebellen zu beschwichtigen. Der Lohn für die Militärhilfe war der Anschluss von Bosporus an die Besitzungen Mitridats, der in Kürze einen Krieg mit Rom entfesselte. Leider verriet sein eigener Sohn Farnak den hervorragenden Herrscher der Antike. Er stellte sich auf die Seite des Feindes.
63 nach Christi Geburt. In Chersones erschienen römische Legionäre, die von den Bewohnern der Police für den Schutz vor den Angriffen seitens der Barbaren eingeladen wurden. Als Zeugnisse der römischen Anwesenheit auf der Krim dienen die Festungsruinen Charaks auf dem Kap Aj-Todor sowie der Weg, der durch Schaitan-Merdwen angelegt wurde. An der östlichen Küste bauten die Römer zwecks Befestigung des Bosporus die Festung Ilurat.
Ein Ende der Skythen-Herrschaft auf den umfangreichen Steppenweiten der Halbinsel wurde durch den Einfall der Goten und Alannen gemacht. 375 n.Chr. wurde die Krim von Hunnen erobert. Im Kampf zwischen den Ankömmlingen und der örtlichen Bevölkerung ist nicht nur der skyphische Staat, sondern auch die Städte des Bosporus untergegangen. Die am Leben gebliebenen Skythen sind in die Berge gezogen, wo sie sich den Tauren anschlossen.
Justinian I.
Justinian I. errichtete Militärfestungen auf der Krim. Überdies wurden die Gebirgspässe nach seiner Anordnung durch lange Mauern abgesperrt, die den Nomaden den Zugang zu den Städten Gotia erschwerten. Die Reste von den mächtigen Festungen sind auch heute im Krimgebirge zu sehen.
Chersones Taufstelle
Chersones Taufstelle 
Traditionell gilt Chersones als Ort, wo Wladimir Swjatoslawitsch die Bevölkerung taufte, die den christlichen Glauben beitraten. Das war ein Wendepunkt sowohl im Leben der Kiewer Rus, als auch im Leben des Fürsten selbst. Um Christin Anna zu verheiraten, musste er seine ehemalige Ehefrau Rogneda verlassen, die kurze Zeit später Nonne im Kloster wurde.

Im 5. Jahrhundert erscheint Byzanz auf der politischen Szene der Welt, das als Nachfolger Roms auftritt. Gleichzeitig wird sein Einfluss auf der Krim gefestigt. Auf Initiative des Kaisers Justinian (482 - 585) wurden hier einige Städtefestungen gegründet: Aluston (heute Aluschta), Gorsowity (heute Gursuw), Festungen in Chersones. Es waren die sogenannten "Langen Wände" - die Verteidigungsanlagen, die die Durchgänge der Gebirgspässe sperrten, zum Schutz der verbündeten Goten vor den Barbaren.

Im 8. Jahrhundert ist der bedeutendste Teil der Krim unter der Herrschaft des Chasaren-Kahnats. In Folge hatten die Chasaren eine Allianz mit Byzanz gegen die Araber abgeschlossen. Die engen Beziehungen mit dem byzantinischen Reich trugen zur Verbreitung des Christentums auf der Krim bei, das in Chersones und Bosporus praktisch nach der Entstehung vorhanden war. Es gibt eine Legende über den Aufenthalt von Andrej Perwoswannij auf der Krim.
Endgültig ist das Christentum zu der vorherrschenden Religion in diesem Gebiet etwas später, während der Ikonen-Periode, als die verfolgten Ikonen-Verehrer auf die Krim strömten, geworden. Sie gründeten eine Menge von Klöstern, Kathedralen (Uspenskij-Klause, Surb-Chatsch u.a.). Die Chasaren legten ihnen keine Hindernisse in den Weg. Gleichzeitig entstanden auf der Krim Stätten des Islams, den die Araber mitgebracht hatten, den Judaismus, der sich unter den Chasaren verbreitete. Dabei blieb der überwiegende Teil der Bevölkerung heidnisch. Wie wir sehen können, wurden keine religiösen Streite ausgetragen.

Im 9. Jahrhundert hielt sich hier der große slawische Missionar, der Gründer der slawischen Schrift, Konstantin (Kyrill) auf. Auf seinem Weg nach Chasaria durch die Krim predigte er das Christentum. 

Slawische Missionare Kyrill und Mefodij
Slawische Missionare Kyrill und Mefodij
Nach der offiziellen Version wurde es von hier aus von Fürst Wladimir in Kiewer Rus verbreitet. Um die byzantische Prinzessin Anna 988 zu heiraten (und diese Ehe war politisch sehr wichtig), musste Wladimir Chersones (damals Korsun oder Cherson) mit Gewalt erobern. Auf diese Weise hat der Kiewfürst den byzantinischen Kaiser Wassily II. gezwungen, sein Versprechen zu erfüllen und die politischen Rechte Kiews in Taurika anzuerkennen.
Das Mittelalter auf der Krim ist durch zahlreiche historische Erschütterungen gezeichnet. An Stelle der Griechen sind die Genueser und die Venezianer gekommen, die den Kampf für die Herrschaft am Schwarzen Meer aufnahmen. Außerdem, dass Taurika an und für sich die Aufmerksamkeit von den Kolonisten für sich heranzog, erstreckte sich hier auch der berühmte Seidene Weg, eine Handelsarterie zwischen dem Osten und dem Westen. Genua verdrängte schließlich die Venezianer und an der taurischen Küste sind die genuesischen Faktoreien entstanden: Kafa (heute Feodossija), Soldaja (heute Sudak), Tschembalo (heute Balaklawa). Die Genueser festigten ihre Städte vom Meer und vom Land aus, indem sie Festungen bauten, deren Reste die Touristen heute beschauen können. Nach Eroberung der Krim von Mongolen gelang es Genua seine Faktoreien an der Küste zu erhalten.

Als Genuesen bei Tataren kauften

Genuesische Kaufleute waren findig und fix. Die südöstliche Küste Taurika nach eigenem Geschmack gewählt zu haben, entschieden sie sich für den Kauf des in jener Zeit bereits zerstörten altgriechischen Feodossija bei dem damaligen Besitzer, dem Neffen des Kahns Oran Timur. Dieser listige Tatar willigte in

Genuesische Festung in Feodossija
Genuesische Festung in Feodossija
diese Abmachung ein, jedoch stellte er eine Bedingung: das auf dem Boden ausgebreitete Stierfell sollte mit den Münzen schichtweise bedeckt werden. Danach war dieses Fell in Streifen zu schneiden, zusammenzubinden und damit sollte das Gebiet der künftigen Besitzung umfasst werden. Dieser Vorschlag erschreckte die Kaufleute aus Genua nicht. Sie bezahlten und ließen von den geschicktesten Kürschnern das Fell in schmale Bänder schneiden. Mittels dieser Bänder umfassten sie soviel Grundstück, dass sie eine riesige Stadt für 70.000 Einwohner bauen konnten.

Im 12. Jh. entstand im südwestlichen Teil der Krim der feudale Staat Feodoro mit der Hauptstadt Mangup, die auf dem Berg umgeben von Burgmauern lag. Der christliche Staat gehörte der gotischen Eparchie an. Die nomadisierenden Stämme interessierten sich seit langem für die reichen Steppen Tauriens. Die Horden von Chasaren, Polowezer, Petschenegen rollten durch die Halbinsel wie Wellen nacheinander. Aber im 13.-14. Jh. wurden die Mongolen auf der Krim stark sesshaft, die hierher unter Batyi, dem Enkel von Tschingis Khan, kamen. Taurika wird Teil der goldenen Horde. Die Eroberung der Halbinsel wurde als ein schwarzes Ereignis in der Geschichte Europas bezeichnet. Als Khan Dshanibek 1347 genuesisches Kafa belagerte, entbrannte die Pest unter seinen Kriegern. 
Um den Widerstand der Italiener in der Festung zu brechen, warfen die Mongolen die Leichen der an der Pest gestobenen Krieger mittels Schleuder über die Mauern der angelegten Stadt. Bald begann in Kafa die Pestepidemie. Um ihr Leben zu retten, sind die Genueser nach Italien gegangen. Leider brachten sie dorthin auch die schreckliche Krankheit mit. Sehr schnell wurde ganz Europa mit der Pest betroffen. Wegen der grusligen Epidemie, der "Schwarze Tod" genannt, starben 75 Millionen Menschen...

1434 begann der Khan Hadshi-Girej I. den Kampf für die Unabhängigkeit des Krim-Khanats. Mit der Unterstützung des litauischen Fürsten gelang es ihm, in neun Jahren den Krimthron zu erobern, für den die einflussreichen Familien den Kampf führten. (Es ist bekannt, dass nach dem Zerfall der goldenen Horde 1380, nach der Niederlage des Khans Mamai in der Kulikow-Schlacht der Mongolenstaat in Krim-, Astrachan-, und Kasan-Jurten geteilt wurde.) Unabhängig war das Krim-Khanat nicht lange. Schon bei dem zweiten Herrscher Mengli Girej war er ein Vasallenstaat des Osmanischen Reiches. Dafür regierte Gerei-Dynastie die Krim 300 Jahre lang. Die Türken, die 1475 auf die Krim einfielen, eroberten die Küste mit den genuesischen Festungen und

Roksolana - Herrscherin des Osmanischen Reiches

RoksolanaRoksolana

Im mittelalterlichen Kafa (an der Meeresküste des modernen Morsad) befand sich der größte Sklavenmarkt der Krim. Sein Name Kan (in der Turksprache das "Blut") spricht für sich selbst. In der ersten Hälfte des 17. Jhs. wurden 150.000 - 200.000 Menschen aus den russischen Gebieten durch die tatarischen Raubzüge verschleppt. Der Sklavenhandel galt als ein durchaus gutes Geschäft: für einen jungen Mann konnte man 50-120 Rubel erhalten, während eine Kuh auf Moskaus Märkten 60 Kopeken kostete. Die Männer wurden Ruderer, Janitscher, die Frauen ergänzten die Harems orientalischer Herrscher. So im 16. Jh. während eines Raubzugs, wurde eine junge Slawin gestohlen, die durch eine Fügung des Schicksals die Ehefrau des des großen Sultans wurde. Roksolana wurde als eine Sklavin auf dem berüchtigten Markt Kan verkauft. Augenzeugen behaupteten, dass die Lieblingsfrau von Sultan Suleiman des Prächtigen keine Schönheit war, war jedoch durch ihre erstaunliche Grazie und Anmut außerordentlich attraktiv. Der strenge Herr war durch ihren Charme vollkommen erobert, zum ersten Mal in der Haremsgeschichte heiratete der Sultan eine Konkubine. Suleiman liebte Roksolana bis zu seinem Tod. Ihr zu Ehren dichtete er Poeme: "Ich war Herr des Universums und ein Bettler vor Deiner Tür. Der wütende Sturm wird die Welt erobern. Ich aber werde meine Segel nicht setzen. Ich warf meinen Anker. Neben dem Schiff Deiner Liebe." Die Ehefrau des Sultans ist nicht nur zur Herrscherin seines Herzens, sondern auch zu einer weisen Beraterin bei staatlichen Angelegenheiten geworden.

Tschingis Kahn

Tschingis Kahn - Gründer des geheimnisvollen Mongolischen Reiches, der die großen Staaten Europas und Asiens eroberte. Sein Enkel Batyi brachte die Mongolen auf die Krim.
bauten dort ihre Festungen: Eni-Kale in der Umgebung von Kertsch, Inkerman (Teil des Fürstentums Feodoro Kalamita, unweit des heutigen Sewastopols, Geslew (heute Jewpatorija) u.a. In der Zeit der türkischen Herrschaft bekam das Russische Reich einen unruhigen Nachbarn. Durch ständige Tatarenüberfälle wurden die Grenzen geschwächt und die Grenzgebiete verwüstet. Freilich, ab dem 16. Jh. seit Zaporoshskaja Setsch wurde es viel komplizierter, solche Überfälle vorzunehmen. Die Kosaken selbst griffen Kafa, Trapesund und Anatolia an und befreiten die Sklaven aus der Ukraine, Pole und Moskowia. Wegen des Zugangs zum Schwarzen Meer und gleichzeitig um räuberische Überfälle der "Krimer" einzustellen, entfesselte Russland mehrfach den Krieg gegen 
Köcher und Helm des türkischen Kriegers
Köcher und Helm des türkischen Kriegers
die Türkei. Im russisch-türkischen Krieg 1768-1774 besiegten die russischen Truppen die Osmanen. Es wurde das Kutschuk-Kainardsha Friedensabkommen unterschrieben, demgemäss wurde die Krim unabhängig. Inzwischen wurde der Kampf für den Einfluss auf die Politik vom Krim-Khanat fortgesetzt. Der türkische Sultan blieb ein geistiger Vater der Krimmoslems, auf diese Weise erhielt er seinen Einfluss auf das Bewusstsein eines großen Teils der Bewohner der Halbinsel. Die russische Regierung ihrerseits entschied sich, alle bedrohten Christen quasi wegen deren Unterdrückung aus der Krim auszusiedeln. Dadurch wurde die Bevölkerung der Krim um 30.000 verringert. So sind an der russischen Küste Asows die neuen Siedlungen Jalta, Mariampol (Mariupol) u.a. entstanden. 
Am 6. Februar 1783 erklärt die Zarin Katharina II durch ihr Manifest die Auflösung des Krim-Khanats und den Anschluss der Krim, der Insel Taman und das ganze Kuban-Gebiet ans Russische Reich. Das war das Ende des Krim-Khanats. Der letzte Herrscher Schagin-Girej bekam von

Suleiman der Prächtige
der russischen Kaiserin Rente und das Häuschen in Kaluga. Bald entschied er, in die Türkei abzureisen, wo er lt. dem Sultanbefehl hingerichtet wurde.
Zehntausende Tataren und Nogajen emigrierten in die Türkei ohne derartiger Folgen. Die Krim wurde menschenleer. Hierher kamen Leibeigene aus den russischen Provinzen, flüchtige Bauern, als auch Soldaten a.D. So beispielsweise, ist der Name des Dorfs
Isjumowka (Isjum bedeutet Rosinen) unweit der Alten Krim nicht auf irgendwelche spezielle Weintraubensorte zurückzuführen, sondern auch auf den Namen von Isjumski-Regiment, für dessen Soldaten a.D. gerade das erwähnte Dorf als Wohnort bestimmt worden war. Später kamen in mehreren Schüben Griechen, Deutsche, Bulgaren, Franzosen, Tschechen,....
Der Fürst Potemkin (Swetlejschij), der zum Gouverneur von den erschlossenen Gebieten ernannt wurde, ließ die Höfe und Bauernhäuser nach Kräften schmücken und sogar neue Dörfer bauen. (Man sagt, dass Swetlejschij sich "ein wenig" vom staatlichen Geld für seine
Bemühungen nähme.) Seitdem sind die schönen Namen der Dörfer erhalten geblieben: Prijatnoje Swidanje (angenehmes Rendezvous), Tschistenkoje (sauber)....
Katharinas II. Reise auf die Krim

Russische Zarin Katharina II.
Im Januar 1787 verließ Katharina II. mit dem reichen Gefolge das Zarendorf und begab sich auf die Krim um ihre neuen Gebiete zu besichtigen. Zudem verfolgte sie noch ein geheimes Ziel: den Vertretern der europäischen Staaten die Macht und den Reichtum  des Russischen Reichs zu demonstrieren. Katharina wurde von den Gesandten Englands, Österreichs und Frankreichs, als auch von dem österreichischem Kaiser Josef II. unter falschen Namen "Graf Fankelstein" begleitet. Die Reise war erfolgreich. Die Alliierten der Ottomanischen Pforte wurden durch die Demonstration der russischen Macht beeindruckt. Für die Reise wurden 15 Mio. Rubel aus dem Staatsschatz bereitgestellt. Für dieses Geld wurden Gastpaläste gebaut, Essen zu Ehren der Hoheiten gegeben, und Karossen gerüstet....

Der Anschluss an das ökonomisch mehr entwickelte Land wirkte sich auf die Entwicklung der Krim wohltuend aus. Übrigens hieß die Halbinsel nach dem Anschluss Taurida. Auf der Halbinsel entstanden neue Städte, die alten entwickelten sich weiter. 1783 war Sewastopol als Kriegsmarinehafen und Festung gegründet. Es wurde zum Kriegsschauplatz während des Osten- (Krim) Krieg 1853-1856. Dieser Krieg, den die Türkei mit ihren Alliierten England, Frankreich und Sardinien gegen Russland führte, endete mit der Niederlage Russlands, aber die heldenhafte Verteidigung Sewastopols ist Beispiel von größter Tapferkeit der Stadtverteidiger. Nach den vom Krieg verursachten Zerstörungen ging der Wiederaufbau der Wirtschaft langsam voran. Die Städte und bäuerlichen Wirtschaften wurden wieder hergestellt....
Palast von Nikolai in LiwadijaPalast von Nikolai in Liwadija
Die echte Blüte des Taurida-Gouvernement fing an, nachdem die kaiserliche Familie an der Küste die Sommerpaläste und die Wochenendhäuser bauen ließ. Gleich nach den Romanows begaben sich auf die Krim Adlige, reiche Industrielle und Fabrikanten. Entlang der südlichen Küste an Stelle der der kleinen tatarischen Dörfer wuchsen die Landsiedlungen mit prächtigen Villen, schönen Parks und ausgedehnten Badeanstalten. An den Abhängen wurden Weingärten und Tabakplantagen angelegt, in den Tälern Obstbäume gepflanzt. Die reichen Grundbesitzer förderten die Entwicklung dieser Region. Im beschleunigtem Tempo begann sich die Weinzubereitung zu entwickeln, die auf der Krim in der Antike vorhanden war, jedoch während der türkischen Herrschaft beinahe vernichtet wurde. An der Wiederbelebung der Branche beteiligten sich viele - M. Woronzow, Fürst L. Golizyn, der Industrielle P. Gubonin. Zu der nächsten Erschütterung - und nicht nur für die Krim allein - wurde der Oktoberumsturz 1917. Der Kampf der Sowjets für die Errichtung ihrer Macht auf der Halbinsel war langwierig und blutig. Die Bolschewiki, die alliierten Armeen, die Freiwilligenabteilungen, die Partisanen, die tatarischen Formierungen - die Macht wechselte wie in einem Kaleidoskop, was von den Erschießungen, dem Terror, den Plünderungen, begleitet wurde. Endgültig wurde 1920 die sowjetische Macht auf der Krim eingeführt. Die Reste der Freiwilligenarmee, die adligen Familien, die Mitglieder der kaiserlichen Familie, die von der Revolution in den Krimgütern erwischt wurden, die Verbündeten und auch die Bürger, die die Bolschewiki als Macht nicht anerkannt haben, waren gezwungen, die Heimat zu verlassen. Sie verließen per Schiff die Krim. Der Bürgerkrieg wurde beendet und schon nach einem Monat unterschrieb Lenin das Dekret "Über die Nutzung der Krim und die Behandlung der Werktätigen" lt. dem die Paläste, die Villen und die Wochenendhäuser der Reichen zu Sanatorien und Erholungsheimen umgewandelt werden.
Am 18. Oktober 1921 entstand die Krim-ASSR als der Bestandteil russischer Föderation. Die Krim erlebte alle Etappen vom Aufbau des Sozialismus: Kulakenverfolgungen, Kollektivierung, Industrialisierung, Fünfjahrpläne... Durch den Versuch, die Autonomie in die industrielle Region umzuwandeln, wurde die Natur der einzigartigen Heilstätte beeinträchtigt. Aber es war unmöglich, die Mühle der sowjetischen Politik zu stoppen. Gegen die Beschlüsse der Regierung konnte keine Berufung eingelegt werden. Der letzte russische Zar Nikolai II.Der letzte russische Zar Nikolai II.
Jalta-Konferenz
Vom 4. - 11. Februar fand im ehemaligen Zarenschloss von Liwadija bei Jalta die "Jalta-Konferenz" statt, wo Roosevelt (USA), Churchill (Großbritannien) und Stalin (UdSSR) über das Schicksal nicht nur Nachkriegsdeutschlands, sondern auch der ganzen Welt berieten
Die schrecklichen Jahre des Großen Vaterländischen Krieges sind an der Halbinsel nicht vorbeigegangen. Das "Kleine Land" - so nannte man die Krim in der Kriegszeit - bedeutet die mutige Verteidigung Sewastopols 1941-1942, die Kertsch-Feodossija Landungsoperation, "Ognennaja semlja" Eltigen (Feuerland), der Heldentat Adshimuschkai, der Heroismus von Partisanen und Illegalen.... Die Städte Sewastopol und Kertsch sind mit dem Titel "Heldenstadt", mit der höchsten Auszeichnung "Held der Sowjetunion" 1.500 Menschen ausgezeichnet worden, die auf Krimerde kämpften.
Die Krim wurde im Mai 1944 befreit. Die Bevölkerung der Halbinsel war auf die Hälfte 
reduziert, in den Städten nur Ruinen, die Volkswirtschaft zerstört. Darunter wurde ein großer Teil der Krimbevölkerung durch die Anordnung Stalins deportiert (Krimdeutsche schon 1941, Tataren, Bulgaren, Armenier, Griechen 1944). 1945 wurde die Krim-ASSR zum Krimgebiet umgestaltet.
1954, lt. Anordnung Nikita Chrustschow, gehört die Krim von nun an zur Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Die Volkswirtschaft der Region wurde allmählich wieder hergestellt. Ab 1968 begann die Rückkehr der deportierten Bevölkerung auf die Krim. Es gelang der Krimbevölkerung den Bau eines Atomkraftwerkes auf der Halbinsel Kertsch zu stoppen. Großer Schaden wurde der Krimweinverarbeitung durch die Gorbatschows Antialkoholaktion zugefügt. Glücklicherweise wurden Eliteweinberge nicht vollständig vernichtet.

Im Januar 1991sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum für die Schaffung einer autonomen Republik Krim aus. Z. Zt. ist das ehemalige Gebiet Krim die Autonome Republik Krim innerhalb der Ukraine.


Staatsflagge der Ukraine und Flagge der Autonomen Republik Krim

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